[zurück zur Startseite]

Nolte, Johann Wilhelm



* Mariendrebber b. Diepholz 10.10.1776, + Bremen 19.09.1850
Er war ein Bauernsohn, später ein wohlhabender Tabak-Großhändler, -fabrikant (Schnupftabak) und -exporteur. Er hatte sogar 2 Schiffe.
1838-1847 betrieb er die Fa. Joh.Wilh.Nolte & Sohn (Er nahm seinen Schwiegersohn Bünemann als Partner auf).
Es ist ein großes Ölporträt von ihm erhalten (Signum "Brockmann 1840").

Am 21.12.1914 schreibt Hermann Bünemann an seinen Bruder Oscar:
"Vielleicht macht Euch ein kleines Bild vom Urgroßvater Nolte Freude, das ich nach dem in Vaters Nachlass gefundenen Bild (Daguerrotypie) in mehreren Stücken anfertigen ließ. Das Bild stellt mit Sicherheit den alten Nolte dar (1847). Es ist recht verschrammt, aber ich finde es lebensvoller und sympathischer als das große Ölgemälde im Wohnzimmer in der Lessinstrasse und auch angenehmer zu betrachten.
Nolte ist als Quell des Bünemannschen Wohlstands anzusehen. Vater hielt, obwohl er ihn nicht mehr gekannt hat, große Stücke auf ihn. 1803 gründete er eine zunächst kleine Tabakfabrik in Bremen. Später verlegte er den Schwerpunkt des Geschäfts nach Bergen in Norwegen, wo die Fa. Nolte noch heute besteht. Angefangen hatte er in den 90iger Jahren mit Fettwaren und Fischereifahrzeug-Ausrüstungen im kleinen.
Er hat nur einen großen Fehler gemacht, anscheinend wenigstens: sich mit einer nicht gesunden Frau zu verheiraten. Ich meine seine zweite Frau, Anna geb. Vagts, die auf uns schwächliche gesundheitliche Veranlagung übertragen hat."

Über ihn und den von ihm herrührenden "Nolteschatz" unterrichtet Hermann K.W.Bünemann in einem Brief anläßlich seines 85.Geburtstages seine Enkelin Gerlinde Keil:
"Nolteschatz (oder auch Nolteskat, so lange die Mittel [in der Inflationszeit] valuta-ausweichend meinem guten Freund, Herrn Per Brun, Oslo, zur Verwaltung unterstanden) nenne wir, seit mein Bruder Paul ihn so taufte, einen Sicherheitsfonds, aus dem durch alle unsere Generationen treuhänderisch jeweils zugunsten der folgenden Generationen gehüteten, verwalteten und angesichts der verschiedenen Geldentwertungen auch neu aufgebauten und ergänzten Erbe von Deinem tüchtigen Urururgroßvater, dem Bauernsohn J.W.Nolte. Der war gegen Ende des 18.Jh. nach Bremen gekommen, wurde dort im Adreßbuch zuerst als "Höker" genannt, hat sich aber allmählich und besonders durch eine risikovolle aber richtige Operation 1815, als andere nicht den Mut fanden, den nach dem zweiten Abzug der Franzosen in Bremen verbleibenden Tabakbestand der französischen Tabak-Regie billig vom Bremer Staat zu kaufen (nach dem ersten Abzug der Franzosen 1813 erlitten die Käufer einen Totalverlust, weil die Franzosen später wiederkamen und alles entschädigungslos beschlagnahmten), auf Tabakhandel und Schnupftabak-Fabrikation und -Export spezialisiert. Der Export geschah namentlich auf 2 eigenen Segelschiffen nach Norwegen, von wo diese Schiffe dann im Norden gekauften Dorschtran zu vorteilhaftem Import nach Bremen zurückbrachten. Ein Schiff hieß Anna Regina, wie seine Tochter, meine Großmutter.
Er starb 1850 am Schlagfluß als recht wohlhabender Mann. Sein Bild von 1840 hängt über unserem Mahagonisofa. Meine Großmutter starb leider schon 1855 und hinterließ ein von ihrem Vater ererbtes Vermögen von umgerechnet 56.607,60 Mark, das von ihrem Witwer Hermann H.F.W. Bünemann getreulich unter Vorbehalt des Nießbrauchs seiner Erträgnisse zugunsten der beiden gemeinsamen Kinder verwaltet wurde. Als dieser Hermann Bü. 1882 starb, fiel den beiden Kindern aus seiner ersten Ehe (Hermine Papendieck und Hermann II.) je die Hälfte zu. Nach dem Tode meines Vaters 1914 erwies sich, daß jedem seiner 5 Kinder aus diesem Sondervermögen ca. 8000 Mark zufielen.
darunter Herm. Bünemann und Frau Louise geb. Redicker,~~vorn Schwägerin Käthe Redicker~~fot. in Hamburg-Bergedorf, Duwockskamp 12
Johann Wilhelm Nolte, Kopie einer Daguerretypie aus ca. 1847

oo I. Bremen 15.05.1808 Anna Vagt
oo II. ...


Vater:Hinrich Zahn gen.Nolte

Mutter:Margaretha Klußmann verw. Nolte

Kinder:Anna

Wilhelm


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).