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Bünemann, Johann Philipp Friedrich



* 23.08.1762, eingesegnet Groß Munzel, + Hannover 01.10.1837, [] Hannover, Gartenkirchhof, b.Wärterhaus
Er wurde unter dem Läuten aller Hannoverscher Glocken geboren, die allerdings der Geburt des nachmaligen Königs Georg IV. in London galten. Er wuchs in der Ägidien-Neustadt auf. Mit 11 Jahren kam er zu Pastor Redecker nach Gr.Munzel, später zu Pastor Grupen nach Stadthagen in "Kost und Unterweisung". Er besuchte 5 J. die Hohe Schule in Hannover, dann 1782-1785 die Universität Göttingen, gepudert mit Zopf, stets vornehm und elegant.
Sein Studenten-Stammbuch ist noch vorhanden.
Er wurde Advocat und Notar, sein Notariats-Diplom wurde von seinem Onkel Schaumann (der dem Vater Bünemann als letzter Pfalzgraf nachgefolgt war) ausgestellt.
1789 wurde er Auditor in der Sekretarienstube der kgl. Justiz-Kanzlei (ohne Gehalt).
1804 war er Wirklicher Kanzlei-Sekretär (erst ab dann mit Gehalt).
In der Franzosenzeit gab es drückende Kosten und Einquartierungen.
Er erblindete fast. Eine Operation des rechten Auges mißlang, die des linken gelang später.
Er liebte Bach, Haydn, Mozart (Don Juan), Beethoven.
Er weigerte sich, Nov. 1819 bei der Mainzer Demagogen-Kommission (Folge des Wartburg-Festes) als Protokollführer teilzunehmen.
Er lobte den Hildesheimer Domkeller mit seinen guten Weinen.
In der Fam.-Chronik wird sein geruhsames Leben als Witwer von seiner Schwiegertochter geschildert.
1836 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Familienchronik:
"Er liebte Ruhe, ein beschauliches Leben, gemüthliche Zwiesprache. Er las viel und sammelte sich eine Bibliothek gleich den Vorvätern, wenngleich mit einer anderen Geschmacksrichtung als jene. Dabei war er aber heiter in Gesellschaften, wenn sie (wie er mit den Griechen zu sagen pflegte) wohl die Zahl der Grazien, aber nicht die der Musen übersteigen, und belebte sie durch seine geistreiche, mit feinem Scherz gewürzte Unterhaltung. Gern ging er auch nach beendigtem Geschäfte mit der Familie aus dem Thore. Sie hatten stets eine Gartenwohnung (früher zur Miethe, später eine eigene), wo sie die letzte Tageshälfte verlebten, auch zeitweise übernachteten.....
Auch Euer Großvater war ein sehr großer Verehrer guter Musik. Bach und Haidn, Mozart und Beethoven waren seine Lieblinge, den Don Juan besonders hörte er mit stets neuer Freude. Selbst spielte er nicht, aber er hatte ein fein gebildetes Ohr für Harmonie und Reinheit der Töne. Überhaupt, liebe Kinder, hatten die Grazien an seiner Wiege gestanden und ihm ihre schönsten Gaben, einen Sinn für Wohllaut und Rhythmus , im Leben wie in der Kunst, verliehen. Sein ganzes Wesen, seine Rede, seine Bildung war gerundet und harmonisch, sein Scherz anmuthig, seine Stirn heiter. Nur einmal habe ich ihn heftig, fast nie verdrießlich gesehen. "
einzelnes Stammbuch-Einlegeblatt~~Eintragung vom 12.3.1801

oo Wennigsen 04.1798 Anna Wehner


Vater:August Bünemann

Mutter:Dorothea Schaumann

Geschwister:...

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Kinder:Franz

Charlotte


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).