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Bünemann, Carl Christoph



* Minden um 07.1718, + Hannover 05.01.1775
vgl. Familienchronik Bünemann:
"Carl Christoph, war erst Beamter in Stolzenau (wo Vater noch Acten mit seiner Unterschrift gesehen) und Verden, dann Ober-Syndicus in Lüneburg, zuletzt Erster Beamter (Gerichtsschulze, wie es damals hier hieß) in Hannover mit dem Titel Hofrath oder Rath. Er fügte seinem Namen zu Unterscheidung von seinem Bruder „junior“ hinzu, wie jener „senior“, was unter mehren Familienpapieren zu sehen ist. Das Gerichtsschulzen-Amt zu Hannover war damals ein s.g. Schreibamt, d.h. es war keine Pachtung damit verbunden, sondern der Beamte hatte sein Einkommen außer einigem Gehalt nur durch Sporteln.
Da nun der Rath B. eine zahlreiche Familie hatte, wird er sich ziemlich an die höchsten Gebührensätze gehalten haben. Denn man hatte ein scherzhaftes Epigramm auf ihn gemacht:
O Bünemann, o Bünemann, Wo grippst Du de Borgers an!“
Übrigens soll er ein jovialer, munterer Mann gewesen sein. Er starb einige Zeit nach dem Bruder. Nicht viele Jahre vor seinem Tode führte er den sonderbaren Einfall aus, oben auf dem Calenberger Thore sich eine Wohnung zu bauen. Hiervon kann man sich indeß nur einen Begriff machen, wenn man sich erinnert, wie früher die Thore waren. Sie gingen nämlich als gewölbter Bogengang (man würde es jetzt einen kurzen Tunnel nennen) quer durch den hohen, die Stadt umgebenden Wall. Und da dieser noch durch den Stadtgraben geschützt war, mußte man noch über eine Brücke, um ins Freie zu gelangen. Für Fußgänger führte eine Treppe steil und dunkel neben dem Thore auf den Wall aus der inneren Stadt hinauf. Hier bei dem Calenberger Thore war nun überdies der s.g. Kanonenwall, der bis zum Annenthor(?) führte, sehr hoch, weil hier die Geschütze aufgestellt waren, aus welchen man bei feierlichen Gelegenheiten die üblichen Schüsse weithin erschallen ließ. So mochte der Gerichtsschulze wohl durch die weite Rundsicht, die dem Auge in die Stadt und nach dem Deister hinüber geboten wurde, zu dem besonderen Einfall veranlassen, hier gerade über der Thor-Wölbung sich häuslich niederzulassen, wodurch aber die sonderbare Unbequemlichkeit entstand, daß er für die Straße, die über den Wall führte, einen bedeckten Weg quer durch sein Haus bauen mußte, da der Wall nicht breit genug war, einen Weg an dem Hause her zu erlauben.

Eurem Vater ist es bekannt, daß vier von Carl Christophs Söhne unverheirathet gestorben sind. Die beiden anderen, welche als Lieutenants in holländische Dienste traten, sind nicht heimgekehrt. Nach dem Abwarten der gesetzlichen Zeit und den gesetzlichen Aufforderungen ist ihre Erbschaft von den Eltern, die diese bis dahin für sie verwaltet, den Verwandten der Mutter zuerklärt und ausgezahlt."

Seine gedruckte Todesanzeige vom 14.1.1775, unterschrieben von seiner Frau, adressiert an "Monsieur Bünemann, Caissier de la Ville in Lütgenbourg" ist erhalten.

oo Anna Wilken

Quellen: Chronik der Familie Bünemann

Vater:Johann Bünemann

Mutter:Sabine Gängelbach

Geschwister:Johann

August

Gerhard

Lucie

Gottlieb

Friedrich

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...

...

Kinder:Johann

Ludwig

Clara

Georg

Hartwig

Jacob


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