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Bünemann, Ernst Wilhelm HERMANN



* Bremen 07.06.1850, ~ Bremen 01.09.1850, + Hamburg 11.10.1914
Er schätzte seine Stiefmutter Wille stets ungewöhnlich hoch. Sie vermittelte oft gegenüber dem Vater ("Vater und Sohn waren wie zwei harte Mühlsteine. Die mahlen nicht gut miteinander.").
Nach "Elementarschule von Frl. Hartmann" und "Vorschule" ging er zur Handelsschule (lat,. franz., engl., span.).
Ab März 1866 (Konfirmation) war er für ein Jahr im Kanton Waadt in Pension. Dann Lehre in der Bremer Fa. Reinh. Bädeker, Langenstraße 22.
Er schiffte sich am 8.3.1870 ein und betrieb 1870-1884 in La Habana (Cuba) Zigarrenexport. Anschließend lebte er in Hamburg Hirschgraben 44.

1903 schaffte er anstatt des Stapel-Pianos einen Blüthner-Flügel an.

Er schreibt am 15.4.1914:
"Paul wurde 1907, Oscar 1908 militairfrei und beide erhielten für nicht in Kraft getretenen Militairdienst von der Militairversicherungsanstalt in Hannover die bezahlten Prämiengelder zuzüglich Dividende....
Ich glaube nicht, dassHermine bei ihrer Gesangsausbildung bleibt, ebensowenig wie Anna und Hermann bei ihrer musikausbildung geblieben sind."

Brief am 26.4.1914 an Sohn Paul:
"Mein Geschäft habe ich schon vor Jahren meinem treuen Mitarbeiter H.Mellmann vermacht. Du kennst seine Ehrenhaftigkeit und Sparsamkeit."
"Ich will nicht, daß meine Kinder vor mir zittern" (d.h., wie er damals vor seinem Vater).
Er hatte bestimmt: "Nachdem Herr Pastor v. Ruckteschell gestorben ist, wünsche ich nicht, dass ein Prediger bei meiner Einäscherung spricht".
Er hatte eine gute tiefe Baßstimme (bis C), spielte etwas Klavier.

Brief am 28.4.1899 aus Las Palmas (Gran Canaria), Hotel Sta. Catalina, an seinen ältesten Sohn Hermann (geb. 1883):
Mein lieber Hermann,
Du schreibst mir so fleißig, daß ich Dir wohl auch mal einen Brief senden muß. Ich danke für die mir gesandten Photographien, die ich anhand Deiner Beschreibung recht gut erkennen konnte. Und weisen dieselben schon einen entschiedenen Fortschritt auf. Sehr schade ist alledings, daß Pauls Oberkörper auf der Leiter nicht zu erkennen ist. Und würde ich an Eurer Stelle gleich diese Platte ad acta gelegt haben, um wenigstens das Cellophan[?]papier zu sparen, und eine neue gleiche Aufnahme, worauf Hermine und Paul einige Stufen niedriger als Kleeblatt mehr in der Mitte des Bildes, gemacht haben. Das Bild von Anna ist recht gut geworden.
Sehr interessiert hat es mich zu lesen, was Du über Deinen sog. Stift schreibst. Und bin ich bei Dir nicht bange, daß Du Dich von ihm überholen lassen wirst, rate Dir aber nochmals, Deine freie Zeit mit Durchlesen der Correspondenzen etc. und eventueller Abschrift von Dir besonders schneidig erscheinenden Stellen und Redewendungen auszufüllen und Dir möglichst auch Warenkenntnisse anzueignen. Um dies zu verreichen, mußt Du Dich auf Deinen bezüglichen Vorgetzten gut stehen! Beides kommt Dir sehr zu Nutzen. Desgleichen, wenn Du zu Hause Deine freie Zeit mit Lesen guter inhaltsreicher Bücher verbringst, denn, je älter Du wirst, mein Junge, desto mehr wird von Dir verlangt.
Nächsten Winter mußt Du doch tanzen lernen oder turnen, was Dir sehr guttun würde.
Apropos: übt Ihr Euch wohl einmal unter Pauls Anleitung mit m. Keulen? Ich brachte dieselben zu diesem Zweck nach Hause. Ihr dürft sie aber nicht kaputtmachen oder herumliegen lassen. Sie kosten, glaube ich, M 4,50. Müßt sie mir gut wieder abliefern.
Um nun auf das Spanische zu kommen, so wirst Du in den Stunden hauptsächlich die Grammatik etc. lernen und es schwerlich dahin bringen zu sprechen, obschon ich Dir selbstverständlich gerne dabei behilflich sein werde. Das lernt sich später im Lande am besten. Dies Land [Gran Canaria] dürfte sich wohl zur Erlernung von Sprachkenntnissen eignen, denn es wird hier beinahe so viel Englisch wie Spanisch gesprochen. Ählich so ist es in Madeira, wo statt Spanisch Portugiesisch die Hauptsprache ist. Denn auch dort sind stets furchtbar viele Engländer. Zur Erlernung der Grammatik genügt ein halbes Jahr. Im Winter können cwir weiter üben und es so weit bringen, daß Du Dich notdürftig bei Deiner Ankunft verständlich machen kannst. Im Handlungs- und Commis-Verein kannst Du später sehr gute Stunden mit Sprachunterricht nehmen.
Wetter ist hier herrlich! Ich weiß gar nicht mehr, was Regen ist. Du kannst Dir daher den Staub und Sand und die Felsgegend hier vorstellen. Vom nächsten Jahr ab soll die hiesige sandige staubige Straße am Meer regelmäßig gesprengt werden. Dann soll auch die protzige[?] Dampfbahn (Tramway) electrisch fahren. In ca. 1 Monat soll auch Las Palmas electrisch beleuchtet werden.
Das hiesige Hauptgeschäft sind Kohlen. Für die vielen Dampfer existieren 3-4 große Coaling Import Compagnies. Der Export besteht in allererster Linie in Bananas, dann in Tomatoes, Kartoffeln, Zwiebeln (letztere beibe noch mehr von La Palma und Lanzarote), auch Zucker, Getreide und viel Weinbau.
Damit Ihr nun die hiesigen Bananen mal kennenlernt, sandte ich Euch durch gütige Vermittlung eine Original Exportkiste Bananen und extrafeinen Muscatellerwein. Laßt Euch Erstere gut schmecken, sendet auch Anna und Onkel Oscar und Otto davon und laßt Letzteren intact stehen. Bei meiner Rückkehr wollen wir ihn auf Flaschen ziehen.....
fot. 19.7.1902 in Hamburg ~~anläßlich der Abreise des Sohnes Hermann nach Madrid
1906
1870

oo Havana (deutsches Konsulat) 22.12.1879 Elisabeth Michaelsen


Vater:HERMANN Bünemann

Mutter:Anna Nolte

Geschwister:Marie

Johanne

Hermine

Carl

Antonie

Johanna

August

Gustav

Carl

Ernst

Georg

Kinder:Anna

Hermann

Paul

Oscar

Ernst

Hermine

Elisabeth


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).