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Dr. phil. Lauckner, Martin Julius Paul



* Dresden 13.10.1909, ~ Erlöserkirche Dresden 19.12.1909, + Hamburg 30.04.1991, [] Hamburg-Ottensen 07.05.1991
Geboren in Dresden-Striesen, Wartburgstr. 21 (Haus am 13.2.1945 zerstört).
1920 König-Georg-Gymnasium Dresden-Johannstadt.
13.4.1924 Konfirmation in der Erlöserkirche Dresden durch Pf. Schnieber.
1926 schrieb ihm seine Großmutter Redlich ein halbes Jahr vor ihrem Tod:
".. mit der Bitte, Deine Zukunft recht ernst zu nehmen, die Jahre schwinden schnell dahin. Du mußt reifer und ernster werden und Dich nicht so zersplittern. Dein willkürliches Arbeiten, wozu Du gerade Lust hast, mußt Du von Dir weisen.... Also fleißiger mußt Du werden."
1929 Abitur.
Studium der Theologie und Geschichte in Tübingen, Berlin (Wohnung bei Großtante Anna Frommer geb.Bittkau), Wien (Wohnung bei Marietta Heintze auf der Mariannengasse, wo Joh.Brahms auch schon geweilt hatte), Leipzig.
Brief seiner Mutter 1929 nach Tübingen: "Es geht nicht an, daß Du in schmutziger Wäsche schläfst. Wasche Dich doch abends von oben bis unten! Vater hatte ganz recht, als er sagte :"Es mußte ja Tübingen sein". Marburg hättest du jedenfalls billiger gehabt.... Es bedrückt mich, wenn ich weiß, daß Du vielleicht manchmal nicht genug zu essen hast. Trinkst Du wenigstens noch regelmäßig Deine Milch? Sind die Radpartien nicht recht anstrengend?"
Am 25.6.1930 schreibt Liselotte Richter (eine Freundin seiner Schwester) an ihn: "Moi, je ne tài pas oublié, peut-être tu l'as pensé."
1933 Erste theol. Prüfung, dann Predigerseminar Lückendorf.
Ab 1934 Pfarrvikar, dann Pfarrer in Ehrenfriedersdorf/Erzgeb.
1935 Zweite Prüfung und philosoph. Dissertation ("Stadtwappen im einst mark-meißnischen Gebiet").
Dramatische Reisen nach Hamburg 1945 zur Verlobung und 23.-26.1.1946 zur Hochzeit (St.Johannis-Eppendorf, Restaurant Randel - Wellingsbüttel).
Das "E`dorfer Wochenblatt" vom 14.10.1934 meldete: "Im Hauptgottesdienst des gstrigen Sonntags erfolgte durch Superintendent Spranger die Einweisung des cand. theol. Lauckner als Pfarrvikar für die hiesige Kirchengemeinde im Beisein des Generalvikars Pf. Jentsch -Herold- wie auch der Kirchengemeindevertretung.... Pfarrvikar Lauckner legte seiner Predigt das Bibelwort aus dem 1. Petrusbrief zugrunde : Denn alles Fleisch ist wie Gras ... Aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit."
Das "E`dorfer Wochenblatt" meldete im November 1935: "Gestern nahm Superintenden Spranger aus Annaberg die feierliche Ordination unseres Pfarrvikars Dr. Lauckner vor.... Unser junger Pastor hat sich in der Zeit seines Hierseins schon aller Sypathien erworben."
Er schreibt im "E`dorfer Wochenblatt" vom 16.11.1939 anlässlich des krankheitsbdingten Ausscheidens von Pfarrer Albrecht Seydel: "Die letzten fünf Jahre haben mehr Gewicht als manchmal Jahrzehnte in ruhigen Zeiten. Was hat sich da naturgemäß auch in unserer Kirchengemeinde alles geändert! Vieles ist neu entstanden, anderes galt es umzuformn... Die kirchliche Arbeit an der Jugend wurde zeitgemäß umgestellt und mit den Anordnungen der Regierung in Einklang gebracht."
23.1.1946 Abfahrt von E'dorf mit 12 Pfd.Brot Reiseproviant, ab Chemnitz Schwarzfahrt in DD-Zug.Mitternacht in Halberstadt.Bis morgens auf Bahnhof immer Gehen gegen die Kälte. Am 24. in Ilsenburg Besuch bei Konsistorialrat Buschtöns. Besichtigung von Schloß und Kloster und Bibliothek Ilsenburg. Am 25. zu Fuß bis Grenze Eckernkrug. Im Gänsemarsch unter russ. Aufsicht über Grenze. In der"Goslarhalle" Registrierung für die Engländer. Am 26. weiter nach Hannover. Ab Uelzen in kaltem Kohlenzug. Am 27. nach Übernachtung auf Bahnhof Harburg Ankunft in Kl.Borstel und Gottesdienst St.Maria-Magdalenen.
6.2. 10 Uhr Standesamt Fuhlsbüttel. 15.30 Trauung St.Johannis Eppendorf. Hochzeitskutscher fuhr erst irrig zur Fuhlsbüttler Kirche. Feier bei Randel. Dann per Kutsche nach "Cap Horn" in Rahlstedt.

1951 schrieb ihm seine Mutter: "Wohntest Du nur nicht so weit, gewiß kämst Du mit dem Motorrad angeflitzt. Oder streikt es wieder?" Gemeint war das Motorrad "Frischauf", Bj.1925.
1952 Pfarrer in Deutschenbora Kr.Meißen, am 14.7. fand der Umzug dorthin statt.
2.8.1957 Brief des alten "Kinderfräuleins" Katharina Hammermüller aus D'bora-Mergenthal an Ilse: "Vom 22. zum 23.7. sind vor allem in Pirna, wo das Wasser in der Innenstadt bis 2 m hoch gestanden hat, schwere Wolkenbrüche niedergegangen. Aller Verkehr dahin ist noch gesperrt, 16 Brücken sind zerstört, die Eisenbahn nach Schandau, Glashütte usw. unterspült. Auch hier sind Aufrufe für Hilfeleistungen angeschlagen. Auch Häuser sind eingestürzt. ....Die Marken sind abgekauft. Butter ist gutgeschrieben. Fleisch für Ende August bestellt. Milchmarken hat Frau Kantor. Äpfel sind gepflückt und alle abgeliefert." (Im Sommer 2002 wurde Pirna wieder von Hochwasser heimgesucht).
1960 Flucht mit Familie über Berlin (Unterkunft vorübergehend b. Emmy Horalek, Steglitz, Birkbuschstr.) nach Hmbg.-Poppenbüttel.
2.9.1960 (vergeblicher) Antrag an das LKA Dresden auf Freigabe für das geistl. Amt in Hamburg.
Juli/Aug.1961 ganze Fam. mit Goggo300 bzw. Zug Urlaubsreise in die Normandie/Bretagne, Zelten.
1.3.1962 wurde wegen Flutkatastrophe Benutzungsgenehmigung für eine Wohnung in der Hamburger Wesselstraat zunächst verweigert.
1.4.1962 Archivpfleger Landeskirche Schl.-Holstein (befristete Arbeitsverträge).
30.11.1964 Antrag an Bischof Hübner auf Genehmigung, Sebastian taufen zu dürfen.
1965 vergebliches Gnadengesuch an das LKA Dresden.
3.1.1967 Archivrat in Kiel.
17.10.1967 nochmaliges Gnadengesuch an das LKA.
1970 Oberarchivrat, nebenher Redakteur der "Sächsischen Heimat".
Nach der Pensionierung am 1.11.1975 arbeitete er noch ca. 2 J. in reduziertem Rahmen weiter, da noch kein Nachfolger da war.
Aus seinen letzten Tagebucheintragungen 1991:
"19.3. Flug nach Rom. 7.4. abends mit Ta-tü-ta-ta ins Krankenhaus.
17.4. Maria kommt, fährt mit zum Flughafen ([Blutdruck] 100/60)! Dort auch Maurizio. Neapel zweiter Patient. Direktflug nach Hamburg. Malteser fahren ins Tabea Nr.205.
28.4. Konfirmation Jakob. Ich habe Urlaub aus Tabea. 19h waren wir zurück. Sonniger Tag.
29.4. Brief an Prof.Sangiorgi. Brief Vereinte Seb.
30.4. 12h Beerdigung Ilse Stehr."
vor dem "Schumannschen Postlexikon"
mit Mutter Maria
mit Mutter Maria
Familie Lauckner, Machwitz 1914
mit Schwester Annelies 1914/15
mit Schwester Annelies

oo St.Johannis, Hamburg-Eppendorf 06.02.1946 Ilse Petersen


Vater:Paul Lauckner

Mutter:Maria Redlich

Geschwister:Annelies


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).